St. Hubertus-Gilde Keylaer e.V.

 

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19. Jahrhundert

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts verlor die Gilde als Folge der Säkularisation ihre Einnahmequellen. Über fast 60 Jahre ist nur ein einziges Vogelschießen, nämlich das im Jahre 1831 belegt. 1863 starb in Kevelaer der langjährige Pastor J. H. Krickelberg. Dieser hatte als letzten Wunsch geäußert, dass sich an seinem Begräbnis sämtliche Gilden der Gemeinde beteiligen sollten. Dies waren zu jener Zeit die Sankt Antonius-, die Sankt Sebastianus- und die Sankt Hubertusgilde.

Der letzte König der Gilde aus dem Jahre 1831, Johann Theodor Koenen, versammelte daraufhin die stattliche Zahl von 50 Gildenbrüdern, die an dem Trauerzug für den verstorbenen Pastor teilnahmen. Nach dem Begräbnis des Pastors wurde vielfach der Wunsch geäußert, die Gilde wieder in ihre frühere Blüte einzuführen. Am 18. Oktober 1863 traf man sich auf Einladung des alten Königs Johann Theodor Koenen im alten Bierhaus bei Huckse (Rühl). Zu dieser Versammlung kamen 12 alte Gildenbrüder, und 49 neue Mitglieder wurden aufgenommen. Zum Hauptmann (Vorsitzenden) wählten die Gildenbrüder Peter Wilbers. Rendanten wurden Arnold Selders und Johann Verfürth.

Am Neujahrstag des Jahres 1864 wurde der erste Biergang abgehalten. Die alte Satzung aus dem Jahre 1693 wurde den geänderten Zeiten angepasst. In dieser Satzung ist z. B. festgehalten, dass nur solche Personen Mitglieder der Gilde werden können, die nördlich der Wemberstraße wohnen. Diese Regelung wurde später großzügiger gehandhabt und gilt heute nicht mehr. Es wurden vier Tonnen Bier gebraut, worüber viermal getrunken wurde. Weil das alte Bierhaus zu klein war, wurde es verlegt, zuerst nach Moese (Joosten) und dann nach Wilbers. Aus den alten Beständen war kaum noch etwas brauchbar. Lediglich ein Teil des Königssilbers war noch erhalten, ein anderer Teil des Silbers war zu Anfang des 19. Jahrhunderts zur Herstellung von Brudermeisterstäben eingeschmolzen worden. Die Gilde schaffte also eine Reihe neuer Utensilien an, u. a. eine neue Vereinsfahne, eine Totenfahne, Scherpen und zwei Lanzen mit silbernen Spießen. 1865 fand dann am Kirmesdienstag zum erstenmal auch wieder das Vogelschießen in der Wiese des Kaufmanns Anton Schellen (bei de Wäwer) statt. Erster neuer König wurde zur Freude aller Anwesenden der alte König Johann Theodor Koenen. In der darauffolgenden Zeit fand wieder regelmäßig das Vogelschießen und die Kirmes statt. 1876 wurde am Freitag vor der Kirmes die Geistlichkeit durch die Behörden aus dem Priesterhaus verwiesen. Dies war eine Folge des durch den Reichskanzler Bismarck gegen die katholische Kirche geführten Kulturkampfes. Daraufhin wurde für dieses Jahr das Vogelschießen als Zeichen der Trauer über die Ausweisung abgesagt.

Weitere Informationen:

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Könige im 19. Jhdt.

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Das Totenbuch der Gilde


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Stand: 18.01.12