St. Hubertus-Gilde Keylaer e.V.

 

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Hintergrund Vor 1947 Nach 1947 Heute

Fahnenschwenken vor 1947

In der Hubertusgilde ist das erste Fahnenschwenken für das Jahr 1933 belegt. Ob vorher bereits eine Fahne geschwenkt wurde und die Tradition bis dahin nur eingeschlafen war oder ob die Hubertusgilde das Fahnenschwenken erst 1933 einführte kann leider nicht mehr nachvollzogen werden. Allerdings sprach man schon damals vom Wiedereinführen einer Tradition. Ob man dies nun aber auf den Verein bezieht oder auf die am Niederrhein bekannte Tradition ist nicht bekannt.

Aus den alten Protokollbüchern kann die folgende Geschichte des Fahnenschwenkens in der Hubertusgilde gezeichnet werden.

Im Jahr 1932/33 hieß der Schützenkönig Leonard Peters. Das nächste Vogelschießen fand am 14. Mai 1933 statt. „Zum ersten Mal traten hier unsere jungen Fahnenschwenker mit ihrer neu erlernten Kunst an die Öffentlichkeit. Die Musik spielte den alten Fahnenwalzer und unser Schwenker Gerhard Hinkers verstand es vorzüglich die Fahne zu schwenken“. Neuer Schützenkönig wurde Jakob Ermers, der bei Geenen wohnte Ihm zu Ehren wurde die Fahne von Willi Peters geschwenkt. Zu später Stunde wurde am Vereinslokal die Fahne dann nochmals von Willi Spolders geschwenkt. Dies ist also das erste belegte Fahnenschwenken der Hubertusgilde im Jahre 1933. Mehr zu der Vorgeschichte erfahren wir aus einer Ansprache des Königs aus dem Jahr 1934, die weiter unten zitiert wird.

Auf einer Versammlung am 24. September 1933 wurde beschlossen, in Zukunft mit drei Fahnen zu schwenken. Drei Fahnenschwenker waren ja bereits ausgebildet, wie sich aus dem Tag des Vogelschießens ergibt. Am 29. April 1934 werden zwei weitere Schwenkfahnen zum Preis von 120,- Reichsmark angeschafft. Beim Vogelschießen 1934 wird wieder die Fahne geschwenkt. In seiner Ansprache spricht der neue König und Festkettenträger dieses Jahres Gerhard Joosten folgende Worte: „Dieses historische Fahnenschwenken, welches am heutigen Tage zum ersten Mal von unseren Schwenkern mit drei Fahnen ausgeführt wurde, haben wir eigentlich unserem Vereinswirt Düngelhoff zu verdanken. Nach kürzerem Überlegen wurde eine Fahne angefertigt. Es wurde eine Bohnenstange als Fahnenstange und ein Aufnehmer als Fahnentuch genommen. Hieraus wurde die Fahne hergestellt. Nun wurde die Fahne geschwenkt, welches aber nicht vorzüglich klappte. Unser Wirt Jupp aber stand auf dem Standpunkt, dass dieses doch eigentlich erlernt werden sollte. Er sagte: Kerls ihr müsst Fahnen schwenken in unserem Verein, damit wir der erste Verein sind, der dieses alte historische Schwenken wieder in Kevelaer einführt“.

So wurde es auch getan. In der Kevelaerer Zeitung wurde im gleichen Jahr ein ganzseitiger Bericht über die Kirmesfeiern in Kevelaer gedruckt. Hier steht unter anderem: „...Auf der festlich geschmückten Treppe des Rathauses über­reichte Gemeindevorsteher Steinberger dem Jubelkönig der St. Hubertusgilde, dem Bauer Gerhard Joosten, unter herzlichen Worten die Festkette. Nach dem Rückzug zum Kapellenplatz und der Abnahme der Festparade der Vereine fand der Zug durch den Ort statt; ein endloser Zug der Vereine bewegte sich durch die reichgeflaggten Straßen Kevelaers. Vier Musikkapellen und Trommlercorps marschierten im Zuge mit. Hiernach  wurde von der Hubertusgilde das historische Fahnenschwenken mit drei Fahnen vorgeführt. Die Vorführung fand bei der großen Zuschauermenge starken Beifall.“

Im Festjahr 1934 waren die Fahnenschwenker der Hubertusgilde eine echte Attraktion, weil sie bis dahin in Kevelaer einmalig waren, so wie Vereinswirt Düngelhoff es über ein Jahr zuvor gefordert hatte. Bis zur Einstellung des Vereinslebens, aufgrund des Verbots der kirchlichen Bruderschaften im Februar 1937, finden wir im Protokollbuch noch folgende Eintragungen zum Fahnenschwenken: Am 20. August 1934 werden als Ersatzleute für die Fahnenschwenker Peter Erretkamps und Josef Küppen gewählt und am 17. März 1935 werden als neue Fahnenschwenker Geenen, Beckmann, Maaß und Erretkamps gewählt. Ab Februar 1937 ruht das Vereinsleben und durch die Kriegswirren gehen die Fahnen der Hubertusgilde verloren.


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Stand: 18.01.12